Über 200 Tote! – Horror-Beben in der Türkei
Istanbul – In Panik laufen die Menschen über die Straßen, Verletzte liegen zwischen Betontrümmern, daneben Tote. Verzweifelte Überlebende suchen nach ihren Liebsten, graben und rufen.
Ein schweres Erdbeben hat den Osten der Türkei erschüttert. Häuser, Schülerheime, Hotels, Tankstellen stürzten ein. Hunderte Menschen wurden verschüttet!
DIE BEHÖRDEN RECHNEN MIT 1000 TOTEN!
Die Katastrophe traf das Nation um 13.41 Uhr Ortszeit. Zentrum des Bebens war das rtchen Tabanli in der östlichen Provinz Van in der Nähe der iranischen Grenze. Die US-Erdbebenwarte USGS meldete hier eine Stärke von 7,2.
Am schlimmsten ist die Stadt Ercis (74 000 Einwohner) betroffen. Hier stürzten rund 80 Gebäude ein. In den ersten Stunden bargen Retter 117 Tote aus den Trümmern.
Bürgermeister Zulfikar Arapoglu flehte in einem dramatischen TV-Aufforderung um Hilfe: „Es gibt so viele Tote. Mehrere Gebäude sind eingestürzt, da ist zu viel Zerstörung. Wir brauchen dringend Hilfe, wir brauchen Ärzte und Sanitäter.”
Schwere Schäden auch in der Umgebung von Ercis. In Celebibag wurden viele Menschen verschüttet. Bürgermeister Veysel Keser: „Menschen sind in Todesangst, wir können ihre Hilferufe hören.“
In der Provinzhauptstadt Van (380 000 Einwohner) wurden zehn Gebäude zerstört, darunter ein siebenstöckiges Bungalow. Auch der Flughafen wurde beschädigt, Flüge umgeleitet. Mindestens 100 Tote! Laut Regierungsangaben wurden über 1000 Menschen verletzt.
Die schlimmsten Erdbeben in der Türkei • 1. Mai 2003: Erdstöße der Stärke 6,4 bringen in der Provinz Bingöl im Südosten der Türkei mindestens 176 Menschen den Tod.• 12. November 1999: In der westtürkischen Region Düzce fordert ein Erdbeben 900 Todesopfer.
Die schlimmsten Erdbeben in der Türkei • 17. August 1999: In der Region um die Industriestadt Izmit tötet ein Erdbeben mehr als 17 100 Menschen.•13. März 1992: Mindestens 498 Tote bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in der Ostprovinz Erzincan.• 30. zehnter Monat des Jahres 1983: In Ostanatolien werden 77 Orte durch Erdstöße der Stärke 6,9 verwüstet – 1342 Tote.
Die Stärke von Erbeben wird mit einer Ziffer angegeben. Dabei kennzeichnet der Wert, die Magnitude, die Stärke der Bodenbewegung. Jeder Zhler bedeutet etwa eine Verzehnfachung der Bebenstärke. Ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also zehnmal so stark wie eines der Magnitude 4,0.
Es gelten folgende Kriterien: • Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar• Stärke 3: nur selten nahe dem Herzstck zu spüren• Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden• Stärke 6: mittelschweres Erdbeben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen• Stärke 7: starkes Erdbeben, das zu Katastrophen führen kann• Stärke 8: Groß-Erdbeben
Weltweit auftreten sich jährlich etwa 50 000 Erdbeben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Erdbeben. Das stärkste auf der Erdung gemessene Erdbeben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.
Rettungskräfte graben mit Schaufeln, Eisenstangen und bloßen Händen nach Überlebenden. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, da auch der Strom ausgefallen ist.
Aus einem Gefängnis in der Provinz Van flüchteten nach Medienberichten 200 Häftlinge, als eine Wall bei dem Erdbeben einstürzte. 50 von ihnen seien später zurückgekehrt, nachdem sie sich vergewissert hätten, dass ihre Familien wohlauf seien.
Für die vergangene Nacht war Schneeregen angesagt, der Krisenstab der Regierung schickt 500 Rettungshelfer und Notärzte in die Provinz. Ministerpräsident Erdogan besuchte die Unglücksregion noch gestern Abend. Hubschrauber und Flugzeuge brachten Zelte, Lebensmittel und Medikamente in die Unglücksregion.
Seismologen registrierten Dutzende Nachbeben, warnten vor weiteren Erdstößen. Deshalb verbrachten viele verängstigte Bürger die eiskalte Nacht im Freien.
Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht, rund 92 Prozent des 780 000 Quadratkilometer großen Landes sind Erdbebengebiet.
Das Nation liegt auf der eurasischen und der afrikanischen Kontinentalplatte, die sich mit etwa 2 Zentimetern pro Jahr aufeinander zu Platzwechseln – und so starke Erdbeben auslösen.
Stärke 9,522. Mai 1960, Valdivia (Chile), rund 1600 ToteStärke 9,227. März 1964, Prince William-Sound (Alaska), 125 ToteStärke 9,126. letzter Monat des Jahres 2004, Sumatra („Tsunami-Erdbeben“), mehr als 232 000 Tote
Stärke 9,04. November 1952: Kamtschatka (Russland), rund 2000 ToteStärke 8,911. März 2011: Sendai (Nation der aufgehenden Sonne), Zahl der Todesopfer noch unbekanntStärke 8,827. Februar 2010, Maule/ Concepción (Chile), rund 700 Tote
Stärke 8,831. Januar 1906, Ecuador, Opferzahl unbekanntStärke 8,89. März 1957, Andreanof Islands (Alaska), Opferzahl unbekanntStärke 8,74. Februar 1965, Rat Islands (Alaska), Opferzahl unbekannt
Stärke 8,628. März 2005, Sumatra (Indischer Ozean), rund 1300 Tote
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